Archiv für den Monat: Oktober 2013

Was einem passieren kann, wenn einem etwas passiert

Illustration 1
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Da ist jemand unbequem und engagiert sich politisch, ist Fraktionsvorsitzender einer Kreistagsfraktion der Linken. Da setzt sich einer für die ein, die hier bei uns keine Rechte haben, arbeitet bei Pro-Asyl mit, ist Humanist.

Dieser wird angefahren und schwer verletzt. Der Tathergang wäre dringend zu klären, es gibt schon da viele Ungereimtheiten. Im Krankenhaus nötigt man ihn vorzeitig hinaus, da das Bett anderweitig benötigt würde. Zuhause verwahrlost er, kann vor Schmerzen nicht aufräumen, kann sich kaum bewegen. Pflege kommt nicht in Frage, weil keine Pflegestufe festgestellt wurde. Nachbarn und Beobachtern kommt er merkwürdig vor. Was einem passieren kann, wenn einem etwas passiert weiterlesen

Usenet-News mit Android

Usenet NewsReader
Usenet NewsReader

Wieder mal muss ich einen ein eher archaischen Bereich des Internet abklappern. Früher  waren NNTP und die Newsgroups des Usenet für jeden, der ernsthaft mit dem Netz arbeiten wollte, die wichtigste Informationsquelle darstellten und neben E-Mail eine der ältesten Kommunikationstechniken des Netzes. Leider nahm die Bedeutung von NNTP kontinuierlich ab, der Missbrauch des Usenet als illegale Tauschbörse, die fehlende Übersicht und technische und kulturelle Hürden machten es gerade Einsteigern wenig attraktiv, zumal mit webbasierten Foren und anderen webbasierten Diensten leichter zugängliche Angebote geschaffen wurden. Irgendwann meldete ich dann auch meinen Usenetaccount ab und vermisste wenig. Usenet-News mit Android weiterlesen

Die Zerstörung der Kirche durch sich selbst.

Schafe
Schafe

Ein Lehrstück

Man könnte eine schöne Verschwörungstheorie konstruieren. einen Masterplan zur Zerstörung der katholischen Kirche.

Während in den benachbarten Bistümern konservative Hausmannskost bis hin zur finstersten Reaktion abgeliefert wurde, zeichnete sich die Amtsführung des vormaligen Limburger Bischofs Franz Kamphaus durch relative Liberalität und Fortschrittlichkeit (z. B. Kontroverse Haltung zur Schwangerschaftskonfliktberatung ), Bescheidenheit und eine den Menschen zugewandte Haltung aus. Kamphaus lebte in einer Dreizimmerwohnung, sein Bischofshaus bewohnte eine Flüchtlingsfamilie und er benutzte häufig einen selbst gesteuerten VW Golf statt des Dienstwagens mit Fahrer, hielt mit seinem Beispiel auch durchaus kirchenkritische Katholiken bei der Stange. Die Zerstörung der Kirche durch sich selbst. weiterlesen

Kostenloskultur im Outernet. Die Zukunft der Arbeit

Illustration 2
Illustration 2

Immer wieder treibt es durch den Blätterwald: die Kostenloskultur im Internet sei schuld am Niedergang der Verwertungsindustrie. Niemand könne mehr davon leben, wenn alle alles kostenlos haben möchten, das müsse aufhören, so dass aus dem Netz eine große Shopping Mall würde, in der alles bezahlt werden muss. Interessanterweise jammern da die am Lautesten, welche Neuland nur unwillig und erst als es sich nicht mehr vermeiden ließ, betreten haben.

Die gleichen Akteure haben komischerweise nichts mehr gegen Kostenloskultur,wenn sie ausserhalb Neulands stattfindet. Da wird zu ehrenamtlicher Arbeit aufgerufen – da sollen Freiwillige im Kindergarten arbeiten, Sterbende begleiten oder Blumenbeete an öffentlichen Plätzen pflegen, öffentliche Bibliotheken oder Jugendtreffs betreuen. Eine Vielzahl für das Funktionieren der Gemeinschaft notwendiger Aufgaben werden aus dem Wirtschaftskreislauf ausgegliedert und ehrenamtlich wahrgenommen. Kostenloskultur im Outernet. Die Zukunft der Arbeit weiterlesen

Verkehrte Welt. Marketing im Netz

Flohmarkt
Flohmarkt

Beim Handel, insbesondere beim Endkundenhandel, bürgerten sich im Laufe der Zeit gewisse Spielregeln ein und wurden allgemein für gut und fair befunden. Eine dieser Regeln war „erst die Ware, dann das Geld“. Der Kunde prüfte die Ware und bezahlte nach Erhalt, um gegen Betrug gesichert zu sein und sicher zu sein, die Ware auch zu bekommen. Erstaunlicherweise funktionierte das auch im klassischen Versandhandel: Der Besteller wählte aus den Katalog aus, bestellte und in der Sendung lag die Rechnung, die man anschließend beglich. Man brachte dem Kunden ein Grundvertrauen entgegen. Wenn das schief ging, hatte der Verkäufer den schwarzen Peter. Verkehrte Welt. Marketing im Netz weiterlesen

Vom Zwang zum Ehrenamt in der Piratenpartei

So isses jetzt

Ämter in der Piratenpartei sind unbezahlt. Neben eines immensen Arbeitspensums wird erwartet, dass Spesen etc. gespendet werden. Gleichzeitig werden die Menschen, die in Ämter gewählt worden, gleich nach der Wahl für alles, was schief läuft, verantwortlich gemacht, zum Rücktritt aufgefordert und überhaupt als machtgeile Karrieristen beschimpft. Zufrieden ist niemand – nicht der amtsinhabende Mensch, der dachte, für alle unter persönlichen Opfern gestalten zu können, noch die Basis, die sich das alles ganz anders vorgestellt hat.
Nach einer gewissen Zeit ist dann wieder jemand verschlissen, resigniert oder einfach kaputtgespielt. Vom Zwang zum Ehrenamt in der Piratenpartei weiterlesen