Sprache als Hammer – Die Verantwortung der Medien gegen Ausgrenzung

Illustration 3Am 25.10.2016 beschwerte sich die Mutter eines behinderten Kindes bei pro7 über die Verwendung des Hashtags #gastoderspast auf Twitter für ein Talkformat des Senders. Statt einer Entschuldigung wurden sie und ihr Kind vom Sender beleidigt und beschimpft  Weitere Kommunikationsversuche von ihr und anderen führten zu einem Block auf Twitter. Weitere Accounts, die sich solidarisierten, wurden geblockt. Nachlesen kann mensch das Ganze ausführlich im Blog von @freehippiegirl:

https://freehippiegirl.wordpress.com/2016/10/28/bist-du-behindert-du-spast/ .

Sprache als Hammer – Die Verantwortung der Medien gegen Ausgrenzung weiterlesen

Pressemitteilung zum gemeinsamen Pressetermin am 7.9. mit Grünen, Freien Wählern und FDP

27059756611_1a55d9e9eb_zFraktionen der demokratischen Opposition haben für den 7.September 2016 zu einem Pressegespräch geladen, bei dem auch ich als Einzelabgeordneter der Piratenpartei als Mitstreiter geführt werde. Ich habe mit den beteiligten Fraktionen der Grünen, Freien Wähler und FDP sowie der Linken produktiv zusammengearbeitet, wo es sinnvoll und angemessen war, und möchte das auch weiterhin tun.

Was ich nicht tun werde, ist in Hinterzimmern vorbereitete Presseerklärungen zu verlesen, bei deren Erstellung ich nicht mitwirken konnte. Wenn man Sonntag-Nachmittag mit einer solchen Veranstaltung für den kommenden Mittwoch überfahren wird und vorbereitete Statements bekommt, ist das mit dem Transparenz- und Demokratieverständnis eines Piraten schwer zu vereinbaren.

Wir haben Zugriff auf Tools und Infrastruktur wie Etherpads und Telefonkonferenz-Server, mit denen sowohl zeitlich synchron als auch asynchron gemeinsam Texte entworfen und bearbeitet werden können (wie diese Erklärung hier) und die ich gerne für eine gemeinsame politische Arbeit zur Verfügung stelle.

Neben der Art und Weise des an den Tag gelegten Vorgehens gibt es auch inhaltlich durchaus nicht den konstatierten Gleichklang. Richtig ist, dass es an der Politik des Kreistags und der Kreisspitze berechtigte Kritik gibt. Diese öffentlich zu machen und konstruktiv auf Abhilfe zu dringen ist unsere ureigene Aufgabe als Opposition.

Eine große Koalition sehen wir Piraten als eher schlechte Möglichkeit an, die Interessen der Menschen breit zu vertreten. Im internen Kompromiss schwinden Positionen und Ideen, heraus kommt eine uninspirierte Stagnation, ein „weiter so“.

Für die Opposition ist es nun nicht erforderlich, kreative Politik zu machen, ein Dagegen-Sein reicht schon. Man steht ja nicht in der Pflicht und kommt noch nicht einmal in Verlegenheit, Mehrheiten für eigene Vorschläge finden zu müssen.

Die Piratenpartei wurde gegründet, gegen derartige Erstarrung des Systems neue Impulse zu liefern, ein Systemupdate einzufordern und zu liefern.

Die Fraktionen der Grünen, der Freien Wähler und der FDP sehen in der Politik der Kreisspitze und der großen Koalition keine Politik zum Wohle der Kommunen und möchten einen Kurswechsel. Das klingt zunächst nicht schlecht. Ich werde nun auf die in dem mir zugesandten Papier angesprochen Punkte eingehen und zeigen, warum für Piraten die Kur nicht besser ist als die Krankheit. Pressemitteilung zum gemeinsamen Pressetermin am 7.9. mit Grünen, Freien Wählern und FDP weiterlesen

Ein halbes Jahr – Zeitflug

8922333649_6b0307eb4a_zEin halbes Jahr ist es her, dass es hier zuletzt Neues gab. Eine lange Zeit, hatte ich mir doch vorgenommen, mindestens ein bis zwei Posts pro Monat zu liefern. Ich bin einfach nicht dazu gekommen. Entweder war Dringendes zu tun, oder ich saß vor dem Rechner, den Kopf genau so leer wie die Datei auf dem Rechner. Ein halbes Jahr – Zeitflug weiterlesen

Lokale Presse – vierte Gewalt oder Gefälligkeitsjournalismus?

Eigentlich hatte ich mich gefreut, als die Oberhessische Presse sich aus dem Zeitungskonzern Madsack herauslöste. Endlich wieder eine kleine, mutige Zeitung, die nicht nur Einheitsbrei liefert und insbesondere im Regionalbereich Qualität und Unabhängigkeit liefern kann. Eine funktionierende vierte Gewalt im Landkreis, eine Chance, dass an der  Position des von mir sehr geschätzten Michael Agricola etwas dran sein könnte und die Presse gerade in ihrer Gesamtheit einen eigenen, erhaltenswerten Wert darstellt. Eine  freie Presse, vielfältiger, guter Journalismus könne nur dann entstehen, wenn man das ganze Paket nehme.

Leider liefert man nicht. Lokale Presse – vierte Gewalt oder Gefälligkeitsjournalismus? weiterlesen

Zeitungslesen im digitalen Zeitalter

Money for nothing …

Ich hadere seit geraumer Zeit mit der Presse. Leistungsschutzrecht, Paywalls und ähnlicher Unfug versuchen, ein Geschäftsmodell zu retten, wo es keine Rettung gibt. Natürlich muss Journalismus finaziert werden, ich möchte durchaus für Inhalte bezahlen. Aber bitte nicht so …

Wozu eine Tageszeitung abonnieren, wenn die ganze Vielfalt der Presselandschaft nur einen Mausklick entfernt ist? Wozu Papier oder E-Paper bezahlen, wenn ich nur Zeit oder Interesse für einzelne Artikel habe? Was bitte soll ich mit dem Sportteil – Sport ist was Schönes, wenn man welchen treibt. Anderen dabei zusehen und dafür noch bezahlen erscheint mir voyeuristisch, auf der gleichen Ebene wie anderen beim Sex zuzusehen. Aber ich schweife ab. Zurück zur Presse … Zeitungslesen im digitalen Zeitalter weiterlesen

Die Spaltung der Massen – wie die 1% gewinnen

Vom Verlust der Freiheit

Illustration 1
Illustration 1

Die Welt wird enger statt weiter. Ein Schulkind hat heute einen Aktionsradius von 400m um das Elternhaus. Zwei Generationen zuvor waren es fast 10 km. Reisefreiheit wird reglementiert durch immer strengere und invasivere Kontrollen und Überwachung, Grenzzäune werden errichtet.

Die persönliche Freiheit von Menschen wird massiv eingeschränkt, sobald sie staatliche Unterstützung in Anspruch nehmen wollen. Dies trifft auf Menschen ohne Arbeitseinkommen genau so zu wie auf Geflüchtete – eine Residenzpflicht schränkt ihre Bewegungsfreiheit zusätzlich zu den fehlenden finanziellen Mitteln massivst ein. Begründet wird so etwas entweder mit Sicherheitserwägungen oder damit, der jahrelang nicht vorhandene Arbeitsplatz könne sich gerade dringend in dem Moment manifestieren, in dem mensch gerade mal lange nicht gesehene räumlich entfernte Verwandte oder Freunde besuchen möchte. Die Spaltung der Massen – wie die 1% gewinnen weiterlesen

Klänge aus einer anderen Welt – das Theremin

Am Anfang war ein Konzert

léon Thereminemulator für AndroidAls wir Dienstag abend die wunderbaren Tiger Lillies im Frankfurter Palmengarten hörten, faszinierte mich in der Sammlung skurriler Instrumente besonders das von Adrian Stout gespielte Theremin. Klänge aus einer anderen Welt – das Theremin weiterlesen

Spieglein, Spieglein auf der Platte: Mediawiki-Mirror zum Offline-Lesen

Der Zugriff aufs Netz im digitalen Entwicklungsland

NetzIn Deutschland ist es immer noch ein wenig Glückssache, ob am Ort der körperlichen Anwesenheit Internet überhaupt oder in brauchbarer Performance angeboten wird.  Ob in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf öffentlichen Plätzen oder in der Gastronomie: nirgends ist WLAN selbstverständlich oder funktioniert, wenn es angeboten wird. Und Mobilfunk- Internet ist teuer, beschränkt und auch nicht immer verfügbar, so lange man sich nicht ein komplettes SIM-Kartenspiel leisten kann oder will, und selbst dann nicht. Spieglein, Spieglein auf der Platte: Mediawiki-Mirror zum Offline-Lesen weiterlesen

Unusability

TaschenrechnerIch weiss nicht, ob das jetzt nur mein subjektives Empfinden ist, aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass die Usability von Betriebssystemen, Computeranwendungen, Smartphone-Apps und ähnlichem Gelöte stagniert wenn nicht sogar zurückgeht. Unusability weiterlesen

Zum Selbstbild des Christentums – ein Rant

Gargoyle
Gargoyle

Neulich bestand mal wieder ordentlich Schnappatmungsgefahr. „Das Christentum hat die Welt um so vieles besser gemacht“ – dieser Satz wurde in einem Thread irgendwo im Netz geschrieben. Mir blieb zunächst die Luft weg – denke ich an Christentum, denke ich an über Tausend Jahre Herrschaft und Unfreiheit, dann höre ich die Schreie aus den Folterkellern der Inquisition, rieche verbranntes Fleisch von Hexen und Ketzern, vom Menschen, deren „Verbrechen“ es war, selbst zu denken und ihrem Augenschein mehr zu trauen als einem alten Buch. Oder die einfach in einer falschen Kultur lebten und daher zwangschristianisiert, versklavt und ermordet wurden. Zum Selbstbild des Christentums – ein Rant weiterlesen